Ein gebrauchtes ABS-Aggregat mit derselben Teilenummer passt mechanisch und elektrisch. Damit es im neuen Fahrzeug richtig arbeitet, sind nach dem Einbau aber meist noch drei Schritte nötig. Diese Arbeiten gehören in eine Fachwerkstatt mit passendem Diagnosegerät.
1. Codieren
Das Steuergerät bringt die Codierung aus dem Spenderfahrzeug mit. Es muss auf Ihr Fahrzeug angepasst werden, zum Beispiel auf Motor, Getriebe, Antrieb und Ausstattung. Bei VW, Audi, Seat und Skoda erfolgt das über das Steuergerät „Bremsenelektronik“ mit einem Diagnosegerät des Herstellers oder einem vergleichbaren Werkstatttester. Oft lässt sich die Codierung aus dem alten Steuergerät übernehmen, wenn es noch auslesbar ist.
2. Grundeinstellung
Bei Fahrzeugen mit ESP werden danach die Sensoren neu angelernt, je nach Modell zum Beispiel:
- Lenkwinkelsensor (Nullstellung)
- Querbeschleunigungs- bzw. Drehratensensor
- Bremsdrucksensor
Ohne Grundeinstellung bleibt die ESP-Leuchte häufig an, auch wenn das Aggregat in Ordnung ist.
3. Bremsanlage entlüften
Nach dem Tausch muss die Bremsanlage entlüftet werden. Bei ABS-Aggregaten empfehlen die Hersteller dafür meist ein Entlüftungsprogramm über das Diagnosegerät, bei dem die Ventile im Aggregat angesteuert werden. Danach Bremsflüssigkeitsstand prüfen und eine Probefahrt mit ABS-Regelung machen.
Checkliste vor dem Einbau
- Teilenummer des alten und des neuen Aggregats vergleichen (Steuergerät und Hydraulikblock)
- Leitungen und Anschlüsse vor dem Ausbau markieren
- Anschlüsse am neuen Aggregat bis zum Einbau verschlossen halten
- Fehlerspeicher nach dem Einbau löschen und erneut auslesen